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Kurse, Touren & Reisen

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Aktivität / Sportart

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Schneeschuhwandertraum Kaarl
Der „Kaarl“ heißt ja eigentlich Kreuzschober. Wie er zu seinem Namen kam, weiß ich nicht. Ich finde die Bezeichnung aber sehr sympathisch. Während die Tour mit diesem positiven Eindruck beginnt, endet sie mit einem phantastischen Hochgefühl!

Da ich alle meine Touren mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchführe, treffen wir uns kurz vor 7:00 am Bahnhof Meidling. Das Warten am Bahnsteig wird optisch gleich einmal mit einem Morgenrot versüßt.

Die Anfahrt ist denkbar einfach: Der schnelle Railjet bringt uns von Wien nach Mürzzuschlag. Dort gehen wir vom Bahnhof zum Busbahnhof, der fünf Gehminuten Richtung Westen entfernt liegt. Wir wollen nämlich nach Langenwang fahren, um auf der Südseite des Kaarl aufzusteigen und auf der Ostseite nach Mürzzuschlag absteigen zu können. Dadurch brauchen wir nicht denselben Weg zurück zu gehen, was ich furchtbar langweilig finden würde.

Die Richtung könnte man natürlich prinzipiell auch umdrehen. Geht man allerdings in Langenwang hinunter, kann es schon passieren, dass man an der Bushaltestelle länger warten muss. So wie wir gehen, kommt man in Mürzzuschlag runter, kann sich in den beheizten Warteraum setzen oder in ein Gasthaus im Zentrum und hat stündliche Zugintervalle nach Wien.

In Langenwang steigen wir bei der Haltestelle Pretulstraße aus. Eben dieser Straße folgen wir nach Norden über die Mürz.


Die erste Abzweigung nach Mürz- und Bahnüberquerung muss man nehmen um zwischen den letzten Häusern nach rechts in den Wald abzubiegen und zum Seppbauer hinaufzugehen. Oben angekommen, schnallen wir gleich die Schneeschuhe an und queren geradeaus die große Wiese beim Seppbauer.

Hier schaut teilweise die Wiese schon wieder hervor, man sieht aber schon, dass insgesamt viel Schnee liegt. Kurz vor der Kaarlhütte oben messen wir die Schneehöhe spaßeshalber mit einer Sonde. Da liegen zwischen 75 und 110 Zentimeter Schnee! 

Der Weg ist denkbar einfach zu finden: Großteils ist es ein Hohlweg. Er ist sehr gut markiert und es sind deutliche Spuren erkennbar.

Weil wir Schneeschuhe anhaben und nicht nur am ausgetretenen Pfad gehen wollen, machen wir dort, wo es passt, Abstecher: Sei es, dass wir parallel zum Weg gehen, oder Abkürzungen querfeldein nehmen.

Die Sonne registrieren wir im Wald zwar und freuen uns auch immer wieder auf kleineren Lichtungen über die Sonnenstrahlen, während wir unsere Trinkpausen machen, aber richtig genießen können wir die Sonne dann auf der Hönigsbergeralm! Die weite Schneefläche ist sensationell schön!


Während wir rasten, erklären wir uns gegenseitig das Bergpanorama. Wo wir uns unsicher sind, ziehen wir die Smartphone-App „Peakfinder“ zu Rate. Schließlich wissen wir, dass wir vom Stuhleck, über die Pretul das Rennfeld direkt vor uns haben, in der südöstlichen Richtung die Seetaler Alpen mit dem Zirbitzkogel sehen, die Niederen Tauern, Ennstaler Alpen mit dem Eisenerzer Reichenstein und das Hochschwabmassiv mit dem Trenchtling (Hochturm).

Die Hönigsbergeralm liegt von der Distanz etwas über der Hälfte zwischen Langenwang und Gipfel. Von den Höhenmetern her liegt der größte Teil jetzt aber schon hinter uns.

Es geht recht sanft steigend wieder in den Wald hinein bis zu einer weiteren großen Lichtung. Dort können sehr Ambitionierte noch einen Abstecher auf den Roßkogel machen. Wir gehen allerdings weiter, durch das Almgatterl und nähern uns auf einer ebenen Forststraße, die jetzt mit mehr als 75 Zentimetern Schnee bedeckt ist, der Kaarlhütte. 

Bevor diese aber zur Gänze ins Blickfeld gelangt, zweigen wir nach links ab und nehmen den steilen Gipfelhang des Kaarl durch den Wald in Angriff. Erst das oberste Stück gehen wir wieder im Freien auf der „Piste“.

Hinter dem Gipfelkreuz liegt eine eindrucksvolle Schneewechte. Das ist ziemlich praktisch, weil man dadurch über die Baumwipfel leichter hinweg nach Norden auf Schneeberg, Rax und Schneealpe sehen kann.

Nach dem Gipfelfoto steigen wir wieder ab – die Kaarlhütte lockt jetzt schon sehr. Ich wähle allerdings nicht den langweiligen Weg über die abgefahrene Piste mit den vielen Leuten, sondern den Sommerweg nach Osten, am Kamm entlang hinunter.

Dieser ist jetzt allerdings mit Schneewechten und umgestürzten Bäumen etwas interessanter gestaltet. Wir gehen langsam und vorsichtig hinunter, um schließlich auf den Forstweg zu kommen, der uns direkt zur Kaarlhütte führt. 




Die Kaarlhütte ist offen. Das ist schon einmal sehr gut. Sie wird von einem Verein betrieben. Bewirtet werden nur Vereinsmitglieder. Nachdem ich uns im Hüttenbuch eingetragen habe, hat der Verein der Kaarlianer für diesen Tag neun neue Mitglieder.

Jedes professionell geführte Wirtshaus könnte sich dort oben etwas abschauen: Die Bestellaufnahme der Getränke für neun Leute erfolgt ohne Zettel und alles kommt richtig an! Der Hauptgang wird erst serviert, wenn die Suppen abgeräumt sind! Die Auswahl ist begrenzt, aber nicht klein: Von jedem Gang gibt es zwei, drei Alternativen. 

Der Abstieg erfolgt nach Süden entlang der geräumten Zufahrtstraße zur Hütte. Wir gehen daneben im Tiefschnee. 

Bei der ersten scharfen Rechtskurve der Straße muss man geradeaus über den geräumten Schneeberg drüber und dahinter weiter am Wanderweg gehen.

Nach dem Stürzerkogel zweigt der Weg einmal nach Norden auf eine Lichtung ab, wodurch der Blick auf Schneealpe und Rax noch einmal frei wird.


Alle zücken die Fotoapparate und Mobiltelefone, um dieses Panorama noch einzufangen.

Danach geht es in kleineren Serpentinen durch den Wald hinunter. Eine schmale Wegstelle als Querung eines steilen Hanges muss noch passiert werden, bis wir beim Gräblbauer wieder heraus kommen. 

Es ist jetzt kurz nach 16:00. Um 16:33 geht der nächste Zug. Zügig, aber ohne uns groß zu beeilen, gehen wir nach Mürzzuschlag hinunter: Beim Gräblbauer vorbei, nächste mögliche Abzweigung nach links bis man bei einer schönen Villa ansteht und dort am Zaun entlang hinunter (Vorsicht: nicht geräumt!). Danach an der Bahn entlang, über die Mürz, an der Kirche vorbei zum Bahnhof.

Wir haben noch genug Zeit, um die Karten zu kaufen, steigen in den Railjet ein und sind wieder am Heimweg.

Wie eingangs erwähnt: Das war ein absoluter Traumtag!





Martin Heppner
Übungsleiter Bergwandern und Übungsleiter Schneeschuhwandern
Im Verein seit: 2012
Geboren und aufgewachsen in Klagenfurt, lebt jetzt in Wien

Im Frühjahr 2015 hat er sein Auto verkauft und ist seither mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Touren unterwegs. Darüber bloggt er beim Alpenverein Edelweiss.

In seiner Kindheit haben ihn seine Eltern oft in Kärnten, Slowenien und Italien zum Wandern mitgenommen. Durch den Abstand der Jahre verklärt, kann er sich nur mehr an die schönen Momente in den Bergen erinnern. Deshalb schleppt er jetzt seine eigenen Kinder ab und zu mit in die Wiener Hausberge.

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