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Das Moor

Auf Einladung der Österreichischen Bundesforste (Danke an Anna-Sophie Pirtscher) durften wir (Christoph Weitz und ich) zwei höchst interessante Tage in Bad Mitterndorf verbringen. Es ging um den Schutz der Moore und logischerweise der darin beheimateten Fauna und Flora. Die ÖBF haben sich zusammen mit anderen Organisationen schon seit langem dieser Aufgabe angenommen. Schon seit 1993 betreiben die ÖBF in diesem Bereich aktiven Naturschutz durch Wahrung, Vergrößerung und Renaturierung des Bestandes.

Die Frage stellt sich jetzt natürlich was hatten wir zwei dort zu suchen? Na ja, immerhin gibt es im Bereich unserer Selbstversorgerhütte "Hinteralm" in der Stmk "Am Naßköhr" erstaunliche 21 Moore auf insgesamt ca. 211 ha. So wenig ist das jetzt auch wieder nicht. Als ein Hektar wird eine Fläche von 10.000m2 bezeichnet. Einfache Rechnung mit 100m x 100m = 10.000m2 oder eben ein Hektar. 211 ha entsprechen also einer Fläche von 2.110.000m2. Wäre zusammenhängend also ein Quadrat mit ca. 1.500m Seitenlänge. Also rund 6km im Umfang. Bei Schneckentempo ein Ausflug von 1,5 Stunden.

Da es unter Umständen im Jahre 2019 zu einem "Moorprojekt" im Zuge einer Umweltbaustelle oder eines Bergwaldprojektes kommt, ist es natürlich interessant und wichtig, wenigstens im Ansatz über "Das Moor" Bescheid zu wissen. Die grundsätzlichen Kenntnisse schöpfen ja die meisten Städter eher aus Filmen wie "Der Hund von Baskerville", "Flucht aus Dartmoor" oder anderen Abenteuerfilmen. So eine Mischung aus Detektivgeschichten und Indiana Jones. Wobei wir ja gleich gelernt haben richtig gruselmäßig auf ewig im Moor unterzugehen geht so einfach nicht. Im Treibsand schon, den haben wir in Österreich aber nicht ausreichend vorrätig.

Der erste Tag war der Theorie gewidmet und wenn man auch nur ein wenig unter den Moorzipfel der Thematik schaut, kommt man gleich drauf - Moor ist nicht gleich Moor. Da gibt es Hochmoore, Niedermoore, Verlandungsmoore, Streuwiesen, Moorwälder, Schwingrasen, Übergangsmoore etc. usw.

Und alle Arten von Pflanzen, Insekten und Tieren die z.T.  nur in diesen jeweiligen Lebensräumen vorkommen oder überhaupt überleben können. Beispielsweise der "Sonnentau", der "Kammmolch", der "Goldene Scheckenfalter" (überhaupt gibt es da Moorschützer die in heftiger Zuneigung zu diesem Falter entbrannt sind) und natürlich etliche andere Amphibien, Insekten, Vögel usw.

Am ersten Tag wurden wir also als blutige Laien ziemlich von diversesten (z.T. wissenschaftlichsten) Vorträgen "a bizi" überfahren. Wobei mir der Vortrag von "Thomas Frieß" vom "ÖKOTEAM - Institut für Tierökologie und Naturraumplanung OG, Graz" über "Spezialisten im sauren Milieu" ausgezeichnet gefallen hat. Vermutlich weil er sich als Wanzenexperte geoutet hat. Außerdem kann man als praktizierender Mooramateur mit Bildern von Pflanzen, Insekten (Wanzen) und Tieren naturgemäß mehr anfangen als mit Grafiken, Kurven und ökologischem Fachchinesisch. Und im Bereich von "Bauen von Zäunen, Ausheben von Gräben, Errichten von Drainagen etc." sind wir naturgemäß weit besser. Aber es macht unheimlich Spaß, den Erlauchten zu lauschen, wenn und wie sie einander die diversen Pflanzen-, und Tiernamen in lateinisch zurufen. Da darf man sich nichts anmerken lassen.

Der zweite Tag hatte dann für uns wesentlich Greifbareres, denn da ging es ins Gelände. Und da hatten es die Praktiker gleich leichter. Es stand der Besuch von drei verschiedenen Moortypen im Mitterndorfer Biotopverbund an. Im wesentlichem konnten wir für uns diverse Schutzmaßnahmen mitnehmen.

Z.B. dass es keine gute Idee ist, Moorflächen zu Beweiden, Moore durch diverse Maßnahmen vor Austrocknung zu schützen sind und bestimmte Bäume bzw. Gewächse wie Fichten, Latschen und Faulbäume geschnitten und entfernt werden müssen. Auch der Torfabbau (sei es auch zu Heilzwecken) ist einzustellen. Bestehende "Anstiche" müssen abgeschrägt werden um die Erosion und Wasserverlust zu stoppen.

Die Beweidung kann man wo möglich und wo die Eigentümer einverstanden sind durch Zäune verhindern, Spundwände (vergleichbar mit Dämmen) halten das Wasser im Moor, Schadpflanzen sind zu schwenden und zu entfernen.


Faszinierenderweise war der Torfabbau und die damit verbundene Landschaftszerstörung über nahezu 100 Jahr ein erheblicher Wirtschaftsfaktor. Denn die Verwendung von Torf als gute Blumenerde ist fast jedem klar, aber das Torf über lange Zeit als Heizmaterial sogar in der Industrie (vor allem in der Glaserzeugung) Verwendung fand, ist offensichtlich nicht so bekannt. Der Heizwert liegt so in etwa bei Braunkohle, also eher ineffizient, allerdings war vermutlich der relativ leichte Abbau und der Mangel an anderen Brennstoffen.

Zumindest in Österreich hat das Torfstechen wirtschaftlich offensichtlich keine große Bedeutung mehr. Umso mehr scheint es notwendig und wichtig, die noch bestehenden Moore unter strengen Naturschutz zu stellen und dort wo es noch möglich ist, durch Renaturierung, einen vertretbaren Zustand herzustellen.

Fazit: Wir haben ordentlich was gelernt. Ob wir unsere neu erworbenen Kenntnisse 2019 im Rahmen eines Projektes auf Hinteralm anwenden können wird die Zukunft zeigen.

Rainer

 

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Rainer Vogl
Im Alpenverein Edelweiss seit: 2010
Bergwanderführer
Aktivitäten: Wanderungen im Sommer und Winter, Bergwaldprojekte
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